Nov 242012
 

sind eigentlich ein toller Gedanke. So ist auch Facebook doch eigentlich ein toller Gedanke, zumindest wenn man ihn nicht bis ganz zu Ende denkt. In den folgenden Sätzen mache ich mir ein paar Gedanken zum allgegenwärtigen Facebook. Ich versuche die Sache neutral zu betrachten, stelle mir aber trotzdem die Frage: Sind wir Facebook schon total ausgeliefert?

Das Internet ist in seinen Anfängen schon ein soziales Netzwerk. Es brauchte damals gar kein Facebook. Schon lange vor dem Web 2.0 gab es die Möglichkeit sich zu präsentieren, mit anderen Nutzern zu kommunizieren.

Eine eigene Homepage und schon ist das Profil fertig. Eine Email-Adresse für private Nachrichten, das Usenet für öffentliche Diskussionen, IRC zu chatten, es gab eigentlich alles was man brauchte und vor allem es funktionierte gut und stabil. Dafür sorgte die verteilte Struktur des Internets von alleine. Zentrale Strukturen brauchte es nicht, jeder sorgte selbst für die nötige Infrastruktur um sich und seine Inhalte zu publizieren oder nutzte die Infrastruktur seiner Hochschule. Durch gemeinsame Protokolle konnten die verschiedenen Server und Nutzer problemlos miteinander kommunizieren und alles funktionierte wunderbar. Da es zumindest grundlegendes technisches Verständnis und Interesse an der Infrastruktur brauchte um überhaupt ins Internet zu gelangen, hatten alle Benutzer keine Probleme mit den verteilten Daten und Strukturen, man nutze Bookmarks, zentrale Linklisten und Linkexchanges um sich zu vernetzen.

Dieses System funktionierte sehr gut, skalierte aber schlecht. Dies war anfangs egal, da es nur sehr wenige Benutzer gab, aber mit der steigenden Anzahl der Nutzer wurde es immer schwieriger Inhalte zu finden. Suchmaschinen und Kataloge wurden immer wichtiger, die Bookmarkliste im eigenen Browser immer länger. Um es neuen Benutzern und auch sich selbst einfacher zu machen wurden die Webseiten benutzerfreundlicher, die Einstiegshürden geringer. Aber mit mehr Nutzern wuchsen auch die Daten enorm an und es wurde immer schwieriger sich mit den immer mehr Menschen im Internet zu vernetzen und auch in Kontakt zu bleiben. Dies war anfangs noch nicht schlimm, da man ja in der Offline-Welt genug Möglichkeiten kannte und diese auch nutzte, da einfach zu wenige überhaupt im Internet waren.

Der Siegeszug des Internets überstieg aber irgendwann die kritische Masse und es war einfacher nur noch das Internet zu nutzen. Womit wir auch schon den springenden Punkt erreicht hätten, alles war immer noch verteilt, aber immer schwerer zu finden.

Im Usenet sehe ich nicht ob mein Freund gerade im IRC eingelogt ist und ich mit ihm chatten kann, ich muss im Prinzip immer alle Programme offen halten und auch noch gleichzeitig im Blick, denn ich habe keine zentrale Instanz die mir einen Überblick gewährt. Instant Messenger allen voran ICQ waren hier anfangs ein probates Mittel, man sah wer gerade online war und konnte auch direkt Kontakt halten. Aber hier fingen die Probleme an, es gab keinen gemeinsamen Standard mehr, jedes Netzwerk sprach seine eigene Sprache und man musste entweder in mehreren Netzwerken angemeldet sein oder auf einen Teil seiner Freunde verzichten.

Daran hat sich bis heute eigentlich nichts grundlegendes geändert, nur die Mittel sind andere geworden, jedes Soziale Netzwerk spricht eine eigene Sprache und wer Mitglied in einem ist, kann mit den Mitgliedern der anderen Netzwerke nicht sprechen.

Hier kommt nun Facebook ins Spiel, es war irgendwann so groß, dass es alles andere zur Seite gedrängt hat, es gab wieder einen Standard, dieser war aber kein Protokoll mit dem verschiedene Server miteinander sprechen konnten, sondern ein geschlossenes Netzwerk, eine Insel, wenn auch eine extrem große. Es lies zwar Informationen herein, aber keine mehr heraus. Das ist Facebook nicht vorzuwerfen, es handelt sich hier um eine Firma, die Geld verdienen will, aber für die Nutzer ist es eine Falle. Einmal gefangen, kommen sie nicht mehr raus, ihre Daten sind nur noch innerhalb von Facebook präsent.

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